Artefaktotum - Der "Lebenszeitlosen" letzter Teil
Ein altes, halb verfallenes Kino, zwei angetrunkene Außenseiter und ihre Gespräche an der Kinobar in der Nacht: über einen Kinoklassiker und andere Streifen, über zerrissene Lebensläufe, Wege und Irrwege, über verlorene und wiedergefundene Leben, über fliehende und wiederkehrende Erinnerungen, über Illusionen und Visionen. Und über die Magie der Künste. Artefaktotum - das ist kein fertiges Buch, und zugleich ist es viel mehr als das. Es ist ein Buch ohne Rand, ohne Grenzen, ohne - ja, ohne was? Sicher ist nichts im Artefaktotum. Doch, eines wohl. Wir sind alle drin im Panoptikum dieser Endlosrede, diesem unendlichen Spiegelpalast. Wir, die Leserinnen und Leser, die LektorInnen und VerlegerInnen, wir, die wir Artefaktotum, im Text Lichtpalast genannt, bewundern oder für blanken Blödsinn erklären. Was ist diesseits, was jenseits von Artefaktotum? Artefaktotum, einstmals gefunden von einem Lebensmüden am Flussufer in Form von hunderten kleinen, in einer Tasche befindlichen Tonbändern, abgehört, dann erstmals lektoriert in den Jahren vor dem Tauwetter der Supermächte, dann im Zuge der Erschütterungen einer Verlagspleite verschollen, Jahre später wiedergefunden, neu gelesen, neu lektoriert, wieder verschlossen im Archiv. Artefaktotum : ein Wanderer durch die Zeit, getragen von der Legende, Dreh- und Angelpunkt eines gigantischen literarischen Zyklus der “Lebenszeitlosen” zu sein. Anfang März 2022, keine eineinhalb Wochen, nachdem die ersten Schockwellen des Überfalls eines sehr großen Landes auf ein viel kleineres Land quer durch Europa gebebt waren, machte sich ein berenteter Lektor an das - ja, verdammt, das wievielte Lektorat dieses vermaledeiten Textes war das eigentlich? Er wusste es selbst nicht genau und weiß es bis heute nicht. Und das hat einiges zu bedeuten. Wenn er nur wüsste, was.